Ergebnisse des Verstärker-Workshop
Da auch mein Verstärkerworkshop Ende März völlig überbucht war (35 Teilnehmer insgesamt), verteilte ich den Workshop auf 3 Termine. Dies gab mir die Möglichkeit, die Lautsprecher und Musikstücke zu variieren. Während meiner 3 Verstärker-Workshops Ende März / Anfang April 2007 konnte ich zu den „musik-erhaltenden“ Tuningmaßnahmen wie Stromkorrektur, Vibrationsdämpfung, Antistatikbehandlung und Reflexionsbeseitigung erstmals auch „wiederherstellende“ Tuning-Maßnahmen wie meine Oberwellen-Zeitkorrektur (OZK) einsetzen.
Das Setup
Hier beschreibe ich Ihnen stellvertretend für alle Tests einmal ausführlich ein Setup. Als Referenz wurde der Densen Referenz-Vorverstärker Beat B 250 und der Referenz Stereo-Endverstärker Beat 330 eingesetzt (Setpreis ca. 8.000,-€). Die gesamte Kette wurde entmagnetisiert und auf einem Creaktiv Midi-Referenz-Rack betrieben. Als Netzsteckerleiste kam eine in-akustik-Leiste zum Einsatz. Die Geräte sind alle ausgephast worden. Als CD-Spieler kam ein extrem guter, von mir getunter DENSEN Beat B 410 zum Einsatz, der netzseitig an meiner neuen XXL-Korrektur betrieben wurde. Die CD´s wurden mit Perfect Sound CD-Control behandelt. Relevante Kunststoffteile der Wiedergabekette vom CD-Spieler bis zum Lautsprecher (außer die getesteten Verstärker) wurden gegen statische Aufladungen behandelt. Als Standlautsprecher kamen die Dynaudio Focus 220 und die Focal Electra 1027 Be sowie als Kompaktlautsprecher die Focal Micro-Utopia Be zum Einsatz. Als Lautsprecherkabel wurde ein von mir mit einer neuartigen Antivibrationsummantelung versehenes Lautsprecherkabel eingesetzt. Die Lautsprecher standen mit Original-Spikes auf einer SSC-Flatbase und zusätzlich auf einer Creaktiv-Absorberplatte. Es wurden die originalen Netzkabel verwendet. Als Chinchkabel kamen meine neuen antistatischen, vibrations- und reflexionsfreien Chinchkabel zum Einsatz. Um das Abstrahlverhalten der Lautsprecher im „Dead End“ zu optimieren (Vermeidung früher Reflexionen im schallerzeugenden Teil des Raumes) kamen schwere Wollteppiche vor den Lautsprechern (und unter den Hörern) und meine freistehenden hybriden Absorber neben den Lautsprechern zum Einsatz. Zusätzlich ist ein Großteil der Seitenwände mit großflächigen hybriden Bildabsorbern behängt. Bei einer Raumhöhe von über 3 Metren war die Deckenreflexion von geringer Bedeutung. Die geteilte Wand hinter den Lautsprechern war 7 beziehungsweise 15 Meter vom Lautsprecher entfernt. Die 7 Meter entfernte Wand ist etwa zu 50% mit einem großflächigen hybriden Bildabsorber belegt. Die Wand im Rücken der Hörer besteht aus einer ca. 8m breiten Glaswand („Life End“), die zwischen 1,5 und 5m hinter den Hörern verläuft. Mit Ausnahme der Verstärker wurden alle Geräte, Lautsprecher sowie der Stromkasten mit den Perfect Sound Chips versehen. Alle Verstärker wurden mit einem Voltmeter in der Lautstärke genauestens eingepegelt, um Lautstärkeunterschiede zu vermeiden.
Die Ergebnisse
Der Test zeigte, dass die Unterschiede bei Verstärkern deutlich größer empfunden wurden, als die Unterschiede bei Lautsprecherkabeln und CD-Spielern. So bekam der langsamste Verstärker des Tests, der Einstiegsverstärker Onkyo A-9211 (249,-€) die mit Abstand niedrigste Bewertung gegenüber der Referenz aller Workshops, nämlich im Durchschnitt nur 54% (siehe Abbildung) 
Wesentlich besser als der kleine Onkyo schlug sich der relativ schnelle und mit einer hohen Impulsleistung versehene NAD 325 BEE (450,-€) der im Durchschnitt 76% im Vergleich zur Referenz erreichte (siehe Abbildung). 
Die superschnelle, elektrisch wie mechanisch hochstabile, in nichtmagnetischen Aluminiumgehäusen steckende Vor- Endstufenkombination von T+A P 1230 R / A 1530 R kam als teuerste (ca. 4.000,-€ ) Kombination auch mit 91 % am nächsten an die wieselflinken Densen-Referenzen heran (siehe Abbildung). 
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass die Ergebnisse keineswegs bei jedem Testhörer gleich ausfielen. Im Gegenteil, einige Tester sahen die T+A-Kombination vorne, andere fanden sogar einen T+A Vollverstärker besser als die Referenz. Aber das hier vorgestellte Ergebnis ist der Durchschnitt aller ausgewerteten Fragebögen. Ein Gerät wurde sogar sehr oft vor den Referenzen gesehen, ein von mir getunter Densen Beat 110 (siehe Abbildung) Vollverstärker (1.800,- incl. Tuning). Auch der kleine Densen B 110 ist elektrisch wie mechanisch sehr stabil, besitzt ein amagnetisches Gehäuse und ist extrem schnell. Zusätzlich vermeidet er dynamische Verzerrungen aufgrund seiner Densen typischen gegenkopplungsfreien Konstruktion. Im Durchschnitt wurde er deutlich vor allen anderen Vergleichsgeräten eingestuft, aber gegenüber der Referenz nur mit 95% bewertet. Beim Vergleich wurde von mir weder der Preis mitgeteilt noch, dass es sich um ein getuntes Gerät handelte. Überhaupt habe ich mich bis auf einen Ausrutscher bei einem Onkyo A1 VL jedes Kommentars vor oder beim Hören enthalten. Ich wollte einen möglichst unbeeinflussten Test. 
In einem 2. Durchgang ging es um den Vergleich der Referenzen mit dem, nach den Prinzipien des aktiven Hörens getunten NAD 325 BEE. Der intern getunte NAD (800,-€ incl. Tuning) konnte als erster Verstärker mit 101% im Vergleich zu den Referenzen mit diesen gleichziehen (Siehe Abbildung). 
Dass der preiswerte NAD 325BEE dabei am teureren Densen Beat B 110 (95% zur Referenz) vorbeiziehen konnte, lag am zusätzlichen Einsatz der Oberwellen-Zeitkorrektur im NAD. Da meine Oberwellen-Zeitkorrektur nur einmal in einer HiFi-Kette eingesetzt werden kann und ich diese auch ab und zu in Lautsprechern verwende, habe ich diese im Densen Beat B110 nicht mit eingebaut. Da die Vergleichslautsprecher aber ohne Oberwellen-Zeitkorrektur arbeiteten, war so der NAD klar im Vorteil.
Noch deutlicher konnte sich der kleine NAD mit der ausgangsseitigen Verstärker-(Kabel-) Korrektur von den Referenzen abheben und erreichte im Durchschnitt 106% gegenüber der Referenz (Siehe Abbildung). Ein so getuntes Gerät arbeitet aber nur mit dem individuell angepassten Kabel optimal. Bei einem Kabelwechsel muss der Verstärker umgebaut werden. 
Noch deutlicher gewann der NAD, wenn beide Seiten der Lautsprecherkabel angepasst wurden und so die Last für den Verstärker noch systemkonformer und das Klanggeschehen für das Gehirn „verständlicher“ wurde. So erreichte der NAD 325 BEE sagenhafte 112% gegenüber der Referenz. Betrachtet man also die Last und den Verstärker als Teil eines Systems und passt diese an, so steigt die Qualität selbst bei „bezahlbaren“ Verstärkern weit über das „normale Maß“ hinaus (siehe Abbildung).

Versieht man die Referenzkombinationen extern mit Korrekturen, die das aktive Hören unterstützen (Stromkorrekturen wie die Musik&Akustik XXL-Korrektur und Musik&Akustik Lautsprecher-Kabelkorrekturen), so springt die durchschnittliche Qualität der Referenzkombi auf 117% zur Referenz und im Kriterium Räumlichkeit sogar auf sagenhafte 120%. (siehe Abbildung). Dies sind in dieser Qualitätsklasse außerordentliche Qualitätsverbesserungen, welche für ein paar hundert Euro zu erreichen sind. 
Die folgende Abbildung zeit die Qualitätsentwicklung des 450,-€ NAD 325 BEE gegenüber der 8.000,-€ DENSEN Referenz, je nachdem wie aufwändig dieser für das aktive Hören optimiert wurde.
