Reduzierung von luftschallbedingten Verzerrungen auf CD-Playern und Verstärkern durch Geräte-Absorber
Im Rahmen des Lautsprecherworkshops vom 30.08.2007 habe ich zur Reduzierung von Dröhnen unter anderem meine neuen Geräte-Absorber vorgestellt. Diese wurden in einem Test durch die Workshopteilnehmer bewertet. Da Schall auf Kabeln und Geräten einen ganz erheblichen Einfluss auf das aktive Hören hat, habe ich nach der Entwicklung schallresistenter Kabelsysteme nun auch ein schallabsorptionssystem für Geräte entwickelt.
Erst Ableiten dann dämpfen
Die Herausforderung dabei war ein System zu entwickeln, das den Schall von den Gehäusen ableitet und dann ohne Resonanzen (Echtzeit) vernichtet. Weitere Bedingungen waren eine gewisse Breitbandigkeit in dem Bereich, in dem das aktive Hören besonders gestört wird. Ein wesentliches Problem konventioneller Lösungen ist, dass versucht wird, den Schall direkt an der Oberfläche zu dämpfen. Dies ist wegen der begrenzten Kontaktfläche schwierig. Daher habe ich mich für ein System aus Schallableitung und anschließender Dämpfung mit einer riesigen Dämpfungsfläche entschieden. Dabei kommt es sehr auf eine Impedanzanpassung an, da sonst der Schall zum größten Teil auf das Gehäuse zurückreflektiert wird. Um stehende Wellen und Reflexionen im Absorbergehäuse zu verhindern, habe ich eine „chaotische“ Schallführung im Absorberelement verwendet.
Bild: Musik&Akustik Geräteabsorber-System
Der Testaufbau:
CD-Spieler: T+A SACD 1245 R, Verstärker: T+A PA 1230R, Lautsprecher: KEF IQ 3 Tuning auf Dynaudio Stand 3. Rack: Creaktiv Midi-Reference, Gerätefüße: SSC Netpoint 100, Verkabelung: Kabel Musik&Akustik Level 3, Netzsystem: Integriertes - Energie - Management - System von Musik&Akustik, Perfect Sound Tuning Chips. Alle CD´s wurden mit dem Furutech RD 2 entmagnetisiert und mit CD-Control von Perfect Sound behandelt.
Die Bewertungskriterien:
Die Bewertungskriterien waren Räumlichkeit, Ortung, Detailreichtum, Natürlichkeit und Bass-Präzision. Unter Räumlichkeit war die Empfindung der Raumgröße gemeint. Unter Ortung wurde die klar umrissene Abbildung der einzelnen Instrumente bewertet. Unter dem Kriterium Detailreichtum wurde die Menge an Details bewertet, die in das Bewusstsein kamen – also gehört wurden.
Die Ergebnisse sind das Ergebnis eines arithmetischen Mittelwertes aller Bewertungsbögen der Workshop-Teilnehmer. Die Abweichungen einzelner Bewertungen vom statistischen Mittelwert waren relativ groß. Es gab sogar einen Teilnehmer, der die Natürlichkeit der Wiedergabe mit den Absorbern als schlechter einstufte als ohne - dabei aber alle anderen Dimensionen als deutlich besser ansah. Es zeigte sich also auch hier, dass das Musikempfinden eine äußerst subjektive Angelegenheit ist und die statistischen Ergebnisse für den einzelnen Hörer nicht zwingend zutreffend sein müssen. Wohl aber sehr wahrscheinlich sein werden!
Wie wurde nun die Veränderung des Klangbildes empfunden?
Es wurde in jedem Durchgang zum Vergleich die Referenz gehört. Die Referenz ist die komplette Kette mit allen Maßnahmen. Um die Wirkung der Geräte-Absorber zu beurteilen, wurde dann der jeweilige Absorber vom Gerät entfernt.
1. Durchgang Geräteabsorber (klein 200,-€) auf Verstärker
Bild: Musik&Akustik Geräteabsorber-System (klein) auf T+A PA 1230R Verstärker
Neben den hier aufgeführten Kriterien fiel ganz besonders auch eine sehr deutlich abnehmende Dynamik auf, wenn der kleine Geräte-Absorber vom Verstärker entfernt wurde. Gitarrenseiten und Drums explodierten geradezu, wenn mit dem Absorber gehört wurde. Ohne Absorber hörte sich die Musik auch leiser, braver und zurückhaltender an. Alle Bewertungsdimensionen verschlechternden sich deutlich! Dröhnen verschwand praktisch vollständig. Aber durch den Wegfall des Dröhnens und durch die in jedem Bereich präzise wirkende Musikwiedergabe war das Klanggeschehen auch schlanker. Durch den fehlenden Tiefbass der Kompaktbox wurde so trotz erheblicher Verbesserungen in allen anderen Bereichen die Natürlichkeitsbewertung beeinträchtigt. Welche so nur um 9% zurück ging, wenn der Absorber entfernt wurde. Aber selbst diese 9% sind aber immer noch viel mehr als der Unterschied zwischen einem 450,-€ und einem 2.500,-€ Verstärker aus dem Verstärker-Workshop und dies bei einer 200,-€ Tuningmaßnahme! Nach diesem Durchgang waren alle sich einig, mit diesem Ergebnis hatte keiner der Teilnehmer gerechnet (siehe Abbildung Geräteabsorber Verstärker klein)

2. Durchgang Geräteabsorber (groß 400,-€) auf CD-Spieler
Bild: Musik&Akustik Geräteabsorber-System (groß) auf SACD-Spieler T+A 1245R
Im 2. Durchgang wurde der große Geräteabsorber (dieser Absorber hat ein ca. 3x größeres Schallverteilsystem im Absorberelement im Vergleich zum kleinen Geräteabsorber) auf dem T+A SACD 1245R SACD-Spieler eingesetzt. Die Veränderungen waren wie beim Absorber auf dem Verstärker nur noch deutlicher! Es wurden auch sehr viel mehr Detailunterschiede gehört und die Natürlichkeit „hinkte“ nicht so hinterher. Vergleicht man nun die Bewertungen dieser Tuningmaßnahme mit den Bewertungen aus dem Workshop so sind die Unterschiede beim CD-Spieler wie zwischen der 6.000,-€ Referenz und einem 400,-€ Spieler! Daher waren die Teilnehmer deutlich beeindruckt (siehe Abbildung Geräteabsorber groß CD-Spieler).

Zusammenfassung:
Die Ergebnisse des Workshops haben eindrucksvoll bewiesen, dass ein perfekter Untergrund (hier im Test das High End Rack Creaktiv Midi-Reference und geniale Gerätefüße wie die SSC Netpoint 100) nur ein erster Schritt zum optimalem Klang sind. Insbesondere die subjektiv empfundene Dynamik und die Präzision nehmen mit Geräteabsorbern deutlich zu. Überraschend war die Tatsache, dass Dröhneffekte, die ich bisher dem Gehäuse des Lautsprechers zugeordnet hatte, vollständig beseitigt werden konnten. Ohne Geräteabsorber bleibt die Musikwiedergabe in jeder Dimension sehr deutlich hinter der möglichen Qualität zurück.